von links nach rechts: Rathaus Neubau,Schloss Montabaur, Rathaus Altbau

 

 

          Wappen Montabaur

 

 

Bernd Sack wurde inmitten des Zweiten Weltkrieges am  4. Januar 1943 in der  Stadt Montabaur im Westerwald geboren.

(Geburtshaus in der Gelbachstr. in der Nähe der Josef-Kehrein-Schule)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Elterngrab in Montabaur)

 

 

 

 

 

 

 

Das jüngste Kind und zugleich der  einzige Sohn des damaligen Stadtoberinspektors Anton Sack und seiner Ehefrau Anna, geb. Eberz, lernte schon früh, sich gegen seine vier älteren Schwestern durchzusetzen.

 

                         Bis vor 2 Jahren: Jährlicher 3tägiger Geschwister-Sack-Ausflug

 - hier vom 11. - 13. September 09 zum Abschluss der Fahrt nach Pünderich an der Mosel:  

von links: Magda Hehl, Waltraud Parbel, Bernd Sack,  Annemarie Fresenius,  Christel Kloft -

Unsere Schwester Christel Kloft verstarb am 25.10.2010! Wir trauern um sie!

                                                         

Christel geb. Sack †

Wichtige Urkunden meiner Familie tragen die Unterschrift „Sack". Der Standesbeamte der Stadt Montabaur – Toni Sack, wie wir sagten – stand uns jedoch näher, als seine hier erkennbare Funktion erkennen lässt. Mit meinem Vater Heinrich Roth, dem Bürgermeister und Dienstherrn war er freundschaftlich verbunden. Das blieb auch so, als der Dienstherr und Abgeordnete der Zentrumspartei 1933 aus dem Amt gefeuert und zeitweise inhaftiert wurde. Toni Sack freilich focht das nicht an. Anders als manche Notabeln, Doktoren und Geistliche hielt er seinem Chef und Freund ungebrochene Treue.

Mir, dem Knaben von damals, hat sich lebhaft eingeprägt, wenn regelmäßig donnerstags die „drei Eisheiligen", wie mein Vater scherzhaft sagte, zum Skat kamen: Fachinger, Dommermuth und Sack. Dass da engagiert gespielt wurde, bewiesen die gewissenhaft geführten Punktezettel und die löcherig geklopfte Tischdecke, die meine Mutter nach dem Krieg mit Fetzen aus Hakenkreuzfahnen mehr schlecht als recht ausgebessert hat. Was aber keinen Beweis duldete, war der konspirativ anmutende Austausch von Nachrichten, die einer der Drei heimlich dem BBC abgelauscht hatte. Davon wussten nur die Ehefrauen. Wir erfuhren es erst nach dem Krieg, ahnten zuletzt aber, dass da etwas zu Gange war: Die Eltern Sack und Roth hatten tatsächlich begonnen, sich auf das Ende des Krieges und des Regimes einzustellen.

Der Chronist war noch zu klein, um den großen Zusammenhang zu überblicken. Davon wird Christel mit ihrem Altersvorsprung mehr gewusst haben. Jedenfalls – so sehr auch die politische Wende unser Leben änderte, so wenig blieben davon zunächst die Lebensumstände berührt. Denke ich heute an die vier Zimmer-Wohnung in der ersten Etage von Gelbachstrasse Nr. 4 in Montabaur, wie da der erste Stadtsekretär Anton („Toni") Sack mit Ehefrau, vier Mädchen und einem Jungen wohnte – das würde heute wohl das Sozialamt auf den Plan rufen. Zum Vergleich: Auch Heinrich Roth – von den Amis wieder in Amt und Würden berufen – bewohnte zwar ein Haus mit zehn engen Zimmern altmodischen Zuschnitts. Aber er beherbergte zur gleichen Zeit darin dreizehn Personen. Und er hatte überdies mangels Alternativen ständig Raum bereit zu halten sowohl für die vielen Bittsteller aus der Bevölkerung als auch für die Offiziere der US-Army und die in ihrem Schatten zaghaft amtierenden deutschen Beamten. Da war Toni Sack ständig präsent zu Gesprächen, und für den Bürgermeister als absolut verlässlicher und konsequent verschwiegener Beamter unentbehrlich.

Was erzähle ich ständig von Vätern und Freunden, von Beamten, von Männern? Die Ehefrauen hatten damals ihren Platz im Hintergrund. Auch meine Mutter übte Zurückhaltung, obwohl sie sogar über Fremdsprachenkenntnisse verfügte und schon mal als Dolmetscherin einspringen konnte. Nach getanem Dienst hatte auch sie sich zurückzuziehen. Frau Sack, die Mutter der Verstorbenen, nahm diese Rolle sichtbar und fühlbar als Gott gewollt an – wie wohl alle Frauen in unserem Umfeld damals. Und kein Mensch fand etwa dabei. Auch nicht die Sacks-Töchter. Oft genug saß ich bei denen in der engen Küche. Meine fast gleichaltrige Schulkameradin Magda nahm das ebenso selbstverständlich hin wie ich selbst. Auch die älteren der Sacks-Töchter – Annemie und Christel – schienen sich in diese Rolle geradezu einüben zu wollen.

Aber da gab es noch einen Drehpunkt für die Beziehungen zwischen den Familien Sack und Roth, nämlich „Eberze Garten". Der lag am heutigen Gartenweg und grenzte genau an das Haus Paehlerstraße Nr. 4 (heute: Karl-Walter-Str. Nr. 6). Weil Toni Sack Anna aus dem Hause Eberz geheiratet hatte, wurde das Grundstück von den Sacks mitbenutzt – und von uns Kindern auch schon mal harmlos missbraucht. Lattenzäune waren leicht überwindbar, und die Äpfel aus Nachbars Garten schmeckten einfach besser als die im eigenen. Annemie und Christel als die Älteren zeigten sich uns gegenüber nach außen hin zwar missbilligend. Aber sie naschten auch schon mal, wenn ihnen kein Autoritätsverlust drohte.

Zuletzt sind die Beziehungen zwischen den Familien Sack und Roth fast allein über die älteste der Sack-Töchter gepflegt worden. Annemie war durch Heirat Nachbarin des Hauses Roth geworden. „Eberze Garten" fiel der städtischen Neuordnung zum Opfer. Was dem Hause Roth zur Paehlerstraße (= Karl-Walter-Str.) verloren ging, wurde durch Anteile am Grundstück Eberz ersetzt. Auf die Nachbarparzelle wurde ein Neubau gesetzt, in den Annemie mit Mann einzog. Als treusorgende Gattin lebte sie die Rolle, die man seit jeher im katholischen Montabaur der „guten" Ehefrau zugeteilt hatte.

Da überraschte die Zielstrebigkeit von Christel, die sich den engen Pferch der Fremdbestimmung zu sprengen wagte – soweit das damals möglich war. Wir bestaunten den Mut der Verstorbenen, sich als geprüfte Meisterin (1955) des Schneiderhandwerks selbständig machte, bis sie aus Rücksicht auf die eigene Familie den Beruf aufgab. Aber den Beweis für die Leistungsfähigkeit und das Selbstbewusstsein von Frauen ihrer Zeit hatte sie damit überzeugend geliefert.

Endlose Debatten mit meiner Mutter († 1995) – einer intelligenten Frau, die gleichwohl zwischen der Bürde überholter Leitbilder und eigener Einsicht hin und her schwankte – beschworen auch Christels Weg als Beispiel aus „konservativem" Hause. Es ist allzu schade, dass wir jetzt – durch Todesfälle wachgerüttelt - diese Gespräche nicht mehr fortsetzen können. Schade? Nein es ist unser eigenes Versäumnis!

Ich traf die Verstorbene zuletzt im Gobelinsaal des historischen Rathauses zu Bonn. Christel war als „Überraschungsgast" zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an den Chronisten erschienen. Die Steifheit des Protokolls und Zeitknappheit verhinderten intensiven Gedankenaustausch. Nun hat der Tod die Entscheidung an sich gerissen.

Wir beugen uns und sind traurig. Was uns bleibt, sind Gedenken und Gebet. R.I.P.

Im Gedenken begleite ich Sie und bitte dies allen auszurichten, die sich meiner noch erinnern.

Dr. Hermann J. Roth
Paracelsusstr. 68, D-53177 Bonn
Tel./Fax 0049-[0]228-3696-879

                                   

Neben dem für die damalige Zeit nicht selbstverständlichen Erleben eines Familienlebens wurde  Bernd Sack besonders durch seine katholische Erziehung geprägt. Sein  1982 verstorbener Vater sah ihn sogar zeitweise für die Priesterlaufbahn vor.

 

Neben dem katholischen Wertesystem erfuhr  Bernd Sack auch das politische Engagement seines Vaters, der in der Zeit der Weimarer Republik der überwiegend katholischen Partei Zentrum angehörte und nach dem Zweiten Weltkrieg zu den Gründungsmitgliedern der Christlich-Demokratischen Union im Westerwald gehörte.

 

 

(Neu renovierte  Pfarrkirche St. Peter in Ketten in Montabaur, wurde innen und außen komplett renoviert und mit einem Außenputz versehen)  Foto: 23.09.0

 

 

Ein Ausschnitt aus einem Aufsatz von Pater Dr. Hermann Josef Roth O Cist, der wahrscheinlich interessiert. Hermann Josef Roth ist der Sohn von Landrat Roth. Es geht da um die Anfänge der CDU in Montabaur und um meinen Vater Anton Sack. Der Aufsatz erscheint  in einem von meinem Neffen Christoph Kloft herausgegebenen Buch.

"Obwohl Heinrich Roth erst kommissarisch zum Landrat bestellt war und noch bis zum 1. Oktober als Bürgermeister amtierte, entfernte er sich zwangsläufig ein wenig aus der örtlichen Parteipolitik, die er aber aufmerksam verfolgte und beriet. Es war ein eher heterogener Kreis von politisch engagierten oder nur politisch interessierten Personen, die sich mehr oder weniger regelmäßig in der Privatwohnung des Bürgermeisters trafen. Ohne Vollständigkeit anstreben zu wollen, seien einige Namen aus der Erinnerung wiedergegeben. In erster Linie ist da der Stadtinspektor Anton Sack zu nennen, der später auch zeitweise stellvertretender Bürgermeister war. Ferner diskutierten in der Runde der Oberarzt und spätere Regierungsmedizinalrat Dr. Ernst Pöllmann, Steuerinspektor Josef Dommermuth*, Steuerinspektor Adolf Hermes, später Regierungsrat und Leiter des Finanzamtes, Kreisschulrat Jakob Klemann, Justizrat Dr. Wilhelm Teves, Rektor Fachinger und Markus Bösl."

* Steuerinspektor Josef Dommermuth war der Großvater von Ralph Dommermuth, der Ende der 80er Jahre  die Multimedia-Firma 1 & 1 Marketing gründete und schon zehn Jahre später als United Internet AG an die Börse ging.

 

 

                                                                

                                                                                                   

Stamm Montabaur 1931 - 2006

 

 

 

 

(1958/59 in Eigenleistung auch durch Bernd Sack erbautes Pfadfinderheim in Montabaur, Foto 4/2005, wurde Anfang Oktober 06 abgerissen und durch ein neues Heim ersetzt)

Die Verbindung von Katholizismus und Engagement fand  Bernd Sack jedoch ab seinem 13. Lebensjahr in der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) und  stieg dort zum

Woodbadge-Träger  und zum  Bezirksvorsitzenden   des Westerwaldes auf.  Seit dem Jahr 1973 ist er Ehrenmitglied des Stammes Montabaur, mit dem er noch heute eine Reihe von Freundschaften pflegt.

 

 

 

 

Das war`s: Abgerissenes Heim am 01.11.06. Wir warten auf`s Neue!

 

Das neue Heim ist fertig!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1962 als Truppfeldmeister und Gaumeister für Jungpfadfinder  

in den Vogesen und 1967 mit auf Korsika-Fahrt

 

 

Nach der mittleren Reife absolvierte Bernd Sack eine Lehre zum Maschinenschlosser bei der Westerwald AG in Wirges und schließlich eine Ausbildung zum Maschinenbautechniker in Koblenz. Dort leistete der heutige Unteroffizier der Reserve auch seinen Grundwehrdienst bei der Artillerie.

 

 

 

Bei den Pfadfindern fand  Bernd Sack nicht nur Freunde, sondern lernte dort auch seine spätere Frau Gretel, geb. Zühlke, kennen und lieben.

Im September 1970 heiratete er die Tochter eines Montabaurer Metzgermeisters, die sich ihrerseits für den Beruf der Krankenschwester entschieden hatte, den sie bis heute im Mainzer Universitätsklinikum ausübt. 

 

 

(Bernd Sack und Ehefrau Gretel  nach der kirchlichen Trauung am 30.10.71 in Montabaur, rechts hinten die beiden Schwiegerväter, vorne rechts und links Spalier der Pfadfinder)

 

    

                                                                         Rubinhochzeit am 29.09.10

 

Bedingt durch die Ausbildung seiner Frau in Mainz verließ  Bernd Sack in seinem 28. Lebensjahr den Westerwald. Das junge Paar bezog eine kleine Dachwohnung in der Schubertstraße in Mainz-Laubenheim.

Die Geburt des Sohnes Oliver im Jahre 1972 und der Tochter Kerstin 1975 machten einen Wohnungswechsel erforderlich, so dass die Familie im gleichen Jahr in die Robert-Schumann-Straße zog. Was seinen Eltern nicht vergönnt war, realisierte  Bernd Sack im Jahre 1985, in dem er mit seiner Familie ein eigenes Haus  bezog.

 

        

Besonders stolz ist  Bernd Sack auf seine beiden Kinder, die mit Laubenheim sehr verbunden sind. Sohn Oliver unterrichtet die Fächer Deutsch, Geschichte und Sozialkunde an einer integrierten Gesamtschule im Kreis Alzey-Worms. Seit 1. Juni 2011 ist er verheiratet mit seiner Kollegin Susanne Sack, geb. Sommer. Sie heirateten kirchlich am 02. Juli 2011 in der kath. Pfarrkirche Mainz-Laubenheim. Oliver hatte für die CDU bis Ende 2005 einen Sitz im Laubenheimer Ortsbeirat und wohnt nun in seinem eigenen Haus in Monsheim-Kriegsheim.

Am 18. Mai 2006 wurde er einstimmig zum neuen Vorsitzenden der CDU der Verbandsgemeinde Monsheim gewählt.  Seit der Kommunalwahl 2009 ist er Mitglied des Verbandsgemeinderates und des Ortsgemeinderates Monsheim. Er wurde zum 2. Beigeordneten der Ortsgemeinde Monsheim gewählt!

Näheres bitte unter www.cdu-vg-monsheim.de   !                                          

 

Tochter Kerstin hat  an der Universität Mainz ihr Diplom als Kauffrau in den Fachrichtungen Marketing und Organisation erworben.  Desweiteren hat sie eine Zusatzausbildung als Personalreferentin absolviert. 

 

Die Sack-Familie in Montabaur anlässlich des 85. Geburtstages von Oma Ruth Zühlke am 31.07.10.  Von links: Gretel, Kerstin, Bernd, Susanne und Oliver

 

  

Meine Schwiegermutter Ruth Zühlke ist am 15. Mai 2011 im 86. Lebensjahr leider verstorben.

Wir trauern um sie!